Freitag, 3. April 2026

Zum heutigen Karfreitag 2026: Das Altarkreuz des Bildhauers und Künstlers Karl Hemmeter - in der Unterhausener Erlöserkirche.

 


Das Kruzifix in der Erlöserkirche wurde vom Bildhauer Karl Hemmeter entworfen und angefertigt. Dieser wurde am 18. Februar 1904, als zweiter Sohn in einem streng evangelischen, aber auch sehr armen Elternhaus geboren. Bereits im ersten Lebensjahr erkrankte er an Rachitis und litt infolgedessen unter beidseitiger Hüftluxation, welche ihm erst mit drei Jahren ein hinkendes Gehen erlaubte. Die Umstände zwangen den damals 15-jährigen vorerst zu einer Lehre in der väterlichen Drechsler-Werkstatt. Ab 1924 durfte Hemmeter die Nürnberger Kunstgewerbeschule besuchen und erlernte dort den Holzstich. Im Herbst 1926 wechselte er nach erfolgreich bestandener Aufnahmeprüfung an die Kunst-Akademie in München und schloss das Studium dort ab. Das Studium finanzierte er mit Stipendien seines Geburtsortes Weißenburg und anderer Unterstützer. Ab 1932 arbeitete Karl Hemmeter als selbständiger Künstler. Er heiratete 1934 Els Endl, ließ sich in Großhadern im eigenen Haus nieder und wurde Vater von vier Kindern.

Pfarrer Achim Fürniss aus Backnang hat den Künstler wie folgt beschrieben:

"Ein kleiner und schmächtiger Mann ist er, durch die Krankheit in früher Kindheit geprägt. Das Gehen macht ihm Mühe und doch geht ein freundliches Lächeln über seine Lippen. In seiner Hand ist stets eine rauchende Zigarre. Die Arme erscheinen fast überlang mit kräftigen Händen. Das ist das Bild von Karl Hemmeter, das so untrennbar mit seinen Werken verbunden ist".

Prägend für Karl Hemmeters Werke war sein eigenes Schicksal. Durch körperliches Leiden geprüft, suchte er in schweren Stunden den Ausgleich und formte in seinen Figuren und im Ausdruck des Leidens anderer seine eigenen Erfahrungen. Kunst als Therapie.

Die sakralen Werke Hemmeters zeigen oft menschliches Leiden - doch nicht Schmerz verzerrt und entstellend, sondern mit innerer Größe. Dies mag an den (meist) geschlossenen Augen der Dargestellten liegen, an den übergroßen Händen oder ihrer Körperhaltung. Hemmeter selbst stellte klar: "Ich deformiere den Dargestellten nicht, sondern will seine Empfindungen zum Ausdruck bringen". Dies tat er auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise.

Karl Hemmeter ist am 6. August 1986 in München verstorben.

Viele Werke Hemmeters sind als Aufträge von Kirchengemeinden entstanden - dies dürfte auch 1959 für das Kruzifix der "Erlöserkirche" der Fall gewesen sein. Das wohl bekannteste Werk ist der segnende Christus für die Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche in Berlin. Auch in der Stuttgarter Stiftskirche finden sich Arbeiten des Künstlers.


Text-Quellen (Auszüge): diverse Internetrecherchen (Wikipedia; Internetauftritt der Evang. KG Mitteltal)

Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 2. April 2026

Die Honauer "Föhnerquelle" ist eine unregelmäßig schüttende Karstquelle am Fuße der Schwäbischen Alb.


Solche Quellen werden auch als "Hungerquelle" bezeichnet. Sie führen Wasser nach starker Schneeschmelze oder ergiebigen Niederschlägen. In früheren Jahren sah man in der unregelmäßigen Schüttung von Wasser, daß dieses Hungersnot, Misswuchs, Teuerung oder Kriegsgefahr ankündigte. Das alte Sprichwort: "In einem trockenen Jahr verdirbt kein Bauer, aber in einem nassen", drückt die gleichen, über einen langen Zeitraum beobachteten Zusammenhänge aus (Textauszug: Wikipedia).
 
eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 1. April 2026

Abbildung der Holzelfinger Kirche ("St. Blasius") aus der Oberamtsbeschreibung von 1893.


Bildertanzquelle: Oberamtsbeschreibung von 1893                                                                                  eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 31. März 2026

Montag, 30. März 2026

Der März 2026 verabschiedet sich mit Frost im Tal und Schnee auf der Alb.


Oberes Echaztal    (Foto, vom 29. März 2026: Dieter Bertsch)

Holzelfingen    (Foto, vom 29. März 2026: Wetterwebcam)

eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 28. März 2026

Vor 100 Jahren: Die Oberhausener Feuerwehr im ehemaligen "Gasthof Hirsch".


 Bildertanzquelle: Archiv des GHV Lichtenstein                                                                                         eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 27. März 2026

Mönch Ortlieb schrieb die Zwiefalter Chronik und schuf damit die Grundlage für die 900-Jahrfeier von Unterhausen im Jahr 1989.


 Historischer Festzug in der Kirchstraße.

Bildertanzquelle: Auszug aus dem Reutlinger GEA                                                                                     eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 23. März 2026

Eine Kleinkindbetreuung: Das "Schneckenhäusle" in der Unterhausener Gießsteinstraße.


 Der Verein "Kleinkinder Lichtenstein e.V." wurde am 27. Juli 2011 ins Leben gerufen. Zum 1. Januar 2020 hat der Verein mit dem "Kinderland Holzelfingen e.V." fusioniert und somit eine zweite Kleinkindgruppe übernommen.
Der Verein ist ein freier Träger und ist von der Gemeinde Lichtenstein in den sogenannten Bedarfsplan aufgenommen. Er erhält dadurch von der Gemeinde eine finanzielle Unterstützung in Form eines Betriebskostenzuschusses.

Foto, vom März 2026 + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 21. März 2026

Die Sonne bescheint jetzt wieder die Kneippanlage an der Reißenbachquelle.


Die Kneippanlage kann rund um die Uhr besucht und kostenlos genutzt werden. Die Anwendung bewährter  Hausmittel sind meist nicht mit Kosten verbunden und tragen zum Wohlbefinden bei.

Foto, vom 20. März 2026: Dagmar Bertsch                                                                                               eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 20. März 2026

Paul Schweizer - Fotograf, Archivar und Autor aus Unterhausen: Seine Fotografien waren 1992 der Grundstock für das heutige Archiv das Geschichts- und Heimatvereins Lichtenstein e.V.


 Bereits in jungen Jahren lernte Paul Schweizer mit der Kamera umzugehen und ortstypische Ansichten in Bildern festzuhalten. Nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Gemeindedienst, er begleitete die Stelle des Gemeindeamtsinspektors, übernahm er die Pflege des Gemeindearchivs. Sein langjähriges Hobby, Bilder und Begebenheiten aus dem Ort zusammenzutragen, ist dadurch der Allgemeinheit zugutegekommen. 1986 erstellte er den Bildband "Lichtenstein in Bildern aus alter Zeit (Fischbach-Druck / RT 1986)". Dies ermöglichte den Jüngeren und den zugezogenen Mitbürgern einen Blick in die Vergangenheit unserer Gemeinde zu tun. Die ältere Generation wurde oftmals dadurch an ihre Jugendzeit erinnert.

1992 übergab Paul Schweizer, er war Gründungsmitglied des Geschichts- und Heimatvereins von Lichtenstein, seine umfangreiche Sammlung von historischen Fotografien in das Vereinsarchiv des GHV. Diese bildeten den Grundstock des heute recht umfangreichen Archivs.

Im Jahr 2005 verstarb Paul Schweizer im Alter von 95 Jahren in Unterhausen.

eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 19. März 2026

Der "Krähenweg" befindet sich in Unterhausen, ein wenig versteckt, auf der "Oberen Braike".



 Die Bezeichnung "Braike" leitet sich im Schwäbischen von "Breite" ab. Sie bezeichnet oft ein ebenes und breites Feldstück.

Foto, vom 19. März 2026 + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 18. März 2026

Vor 40 Jahren: Protestplakat des "Jugendzentrum Lichtenstein (JUZELI)" gegen den neuen Albaufstieg durch das obere Echaztal.


 Aufgeschoben ist zuerst später, evtl. an anderer Stelle und irgendwann mal nie!
Was man "auf die lange Bank schiebt", kann man gleich "unter den Teppich kehren".

Plakat: Agit-Druck-JUZELI, von 1986                                                                                                      eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 15. März 2026

Die "Dampflokomotive 97503", kurz vor ihrer Außerdienststellung nach 31 Betriebsjahren, vor dem geschlossenen Einfahrtssignal in den Bahnhof Honau.


Die Dampflokomotive, unter der Fabriknummer 4141, wurde von der Maschinenfabrik Esslingen im Jahr 1925 gebaut und im Sommer 1956 außer Dienst gestellt.

Bildertanzquelle: Archiv des GHV Lichtenstein                                                                                          eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 14. März 2026

Im März 1891: Alt-Rößleswirt Tröster in Honau erhält einen Preis von der "Königlichen Centralstelle für Landwirtschaft" für seine Forellenzucht.


 Forellenhof Rössle - Hotel & Restaurant - Aufschrift am Betriebsgebäude bei den Fischteichen.


Auszug aus der Schwarzwälder Kreiszeitung vom 18. März 1891.

eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 12. März 2026

Mittwoch, 11. März 2026

Nur wenn die Hausmittel nicht mehr halfen ging man noch in den 1950er Jahren zum ortsansässigen Hausarzt. Einer davon in Unterhausen war Dr. Koch.


Praktische Ärzte mußten sich damals noch vielen Herausforderungen stellen. Sie begleiteten ihre Patienten als Ansprechpartner vom Lebensbeginn, nicht selten mit der Hebamme zusammen von der Hausgeburt, bis zum Tod.

 eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 9. März 2026

Sonntag, 8. März 2026: Landtagswahl in Baden-Württemberg bei herrlichem Frühlingswetter.


Das Lichtensteiner Rathaus: Beflaggung am Tag der Wahl zum Landtag von Baden-Württemberg.

 Foto, vom 8. März 2026 + eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 8. März 2026

Mein Traum von der Elfengrotte - Honau (von Adolph Heid)

 https://2.bp.blogspot.com/-uss9biyaIr8/WpVSdZbMt5I/AAAAAAAADWU/FYwqmIzFWqM0L0n4KUVvAXQZZvRwgG-SwCLcBGAs/s640/Honau%252C%2BElfengrotte%2B%25281%2529.jpg

In den Albvereinsblättern 16/5 (1904) 180-184 / Beilage 26.30, ist der von Adolph Heid verfasste, folgende Artikel erschienen:

Oft ging ich abends nach heißen Sommertagen der Echazquelle zu, um dort auf einer Bank dem Quellensprudel zuzusehen und dann der Dobelschlucht entlang bis zum Talschluss und seinen Felsen zu wandeln; heilige Stille waltet hier in des Waldes dunklem Schatten; nur selten hört man in der wilden Schlucht vielleicht des Rehes scheuen Tritt oder des Schuhus schaurigen Ruf.

So saß ich auch einmal wieder dort auf einem Felsblock, mich meinen Träumereien hingebend. Da stand auf einmal ein zierliches, freundlich blickendes Zwerglein vor mir. "Willst Du mal das Treiben der Elfen in des Berges Tiefe schauen? So komm und folge, wenn ich mit meiner Fackel leuchtend Dir vorangehe." Da öffnete sich vor meinen Blicken auf einmal ein Felstor, ein Zickzackgang führte zu einer wundervollen, von vielen Säulen getragenen Tropfsteinhalle.

Auf hohem Thron sitzt der Elfenkönig, zu beiden Seiten hält ein Zwerg die Ehrenwache, von überall kamen zierliche Elfen spielend herangeschwebt, um ihrem König zu huldigen und dann unten magisch beleuchtet über einem See bei sanftem Plätschern des Springquells und bei lieblichen Weisen einen Reigen aufzuführen.

Erstaunt ob solcher Pracht sah ich lange bewundert zu. Schuhu - jäh erwach ich ob des Vogels schauerlichem Ruf. -- Alles verschwunden; wo bin ich? Tiefe Nacht umgibt mich. Ach so! Im Dobel. --

Seitdem mußte ich immer wieder an die schöne Grotte mit ihren Elfen denken. Die Gestalten entstanden unter meinen Händen und ich ruhte nicht, bis ich das ganze Bild meines Traumes sichtbar, greifbar, hörbar geschaffen und - dies - kann nun von jedermann bei meinem Hause, gegenüber dem Bahnhof in Honau, besichtigt werden.

Adolph Heid, Honau

Bearbeitet + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 6. März 2026

Mittwoch, 4. März 2026

In den 1960er Jahren: Sonntägliche Wanderung mit dem CVJM Unterhausen auf der Hochwiese beim Schönbergturm.

 


Personen, v.l.n.r: Konrad Hipp mit Tochter Ruth, Paul Reiff, Siegbert Wollwinder, Hans-Jörg Reiff, Helmut Großmann, Siegfried Preusch, Fritz Banzhaf, Ernst Gekeler, Uli Munz, Erwin Reiff.

Foto: Helmut Hipp                                                                                                                                      eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 2. März 2026

Ehrengrab des ehemaligen Bürgermeisters von Unterhausen: Karl Rehm - Amtszeit 1919 - 1944.

    Karl Rehm (Foto: Paul Schweizer)





 

Inschriften auf dem Gedenkstein für die Familie Rehm:

Karl Rehm, 1885 - 1944 / Bürgermeister 1919 - 1944, 1. Joh. 16.7
Marie Rehm, geb.Mollenkopf, 1889 - 1979
Lore Reiff, geb. Rehm, 1914 - 1996

Zum Gedenken: Karl Otto Rehm, 1916 - 1940
                           Gottlob Reiff, 1911 - 1945

Foto + eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 1. März 2026

Luftbild von Holzelfingen aus dem Jahr 1936.


 Foto; Archiv des GHV Lichtenstein                                                                                                            eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 28. Februar 2026

Gedenktafel von der Stadt Pfullingen imJahr 1897, den Stiftern des Elisenwegs: Ernst Laiblin und seiner Frau Elise Laiblin, geb. Sigel.


 Dieser Weg führt von Pfullingen aus, unweit der Markungsgrenze zu Unterhausen, auf das Hofgut "Übersberger Hof". Dieses hat eine lange Geschichte, galt es doch als sicherer Zufluchtsort im 30-jährigen Krieg für die Einwohner von Pfullingen und das Umland.. Mit Ausstellung der ersten  Schankerlaubnis im Jahr 1838 begann die bis heute andauernde Tradition der Bewirtung im "Hofgut Übersberg". 

Foto + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 25. Februar 2026

Die "Oberhausener Steige" wurde 1883/4 gebaut.




Die Oberhausener Steige wurde 1883/4 gebaut. In einem Kostenvorschlag über eine "neue Steige vom Ort auf die südlich gelegenen Allmendteile" heißt es:

Die Gemeinde Oberhausen benützt zum landwirtschaftlichen Betrieb ihrer in südlich gelegener Richtung vom Ort aus, auf der Höhe der Alb befindlichen Allmendteile die Staatsstraße von Honau gegen Kleinengstingen, bis zur Abzweigung des s.g. Dobelkopfwegs, in einer Gesamtlänge von 4,1 km. Von hier aus zweigt der Weg, den s.g. Dobelkapfweg benützend, rechts von der Staatsstraße ab und erreicht in einer Entfernung von 1,5 km die Markung Oberhausen. Von der Markungsgrenze sind es weitere 1,5 km, so daß die Gesamtstrecke von Oberhausen zu den Allmendteilen 7,5 km beträgt.

Die Gemeinde beabsichtigt nun, vom Ort im Tal aus zu den Allmendteilen, als Feld- und Waldweg eine neue Steige zu bauen. Die Steigungslänge, um die Höhe zu überwinden, beträgt 3,7 km bis der oben erwähnte Schwerpunkt dann in einer Entfernung von 4,2 km erreicht wird. Die Abkürzung des Wegs beträgt 2,9 km.

Die neue Steige läuft auf einer Länge von 190 m vom Ort aus auf der bestehenden Lichtensteiner Steige, zweigt nach 190 m rechts von dieser ab und zieht sich am südwestlichen Abhang durch das Gemeindeeigentum hin - teils Weide, teils Waldungen. Um die vorgegebene Höhe von 250 m zu erreichen müssen 4 Wendungen vorgesehen werden. Der kleinste Halbmesser für dieselben beträgt 8 m, was dann genügend sein wird, daß zu transportierendes Langholz möglichst weniger aber nicht über 14 m Länge die Steige passieren kann.

Was die geologischen Verhältnisse betrifft, so liegt die ganze Steige im "Jura alpha bis delta".

In diesem Kostenvoranschlag sind Steigungen zwischen 5 % und 9,2 % vorgesehen, dieses auf einer Länge von 3765 m. Für den Bau werden im Schnitt 60 - 70  Arbeiter eingeplant. 

Mit 31500 Mark schließt der Kostenvoranschlag ab. 

Fotos, vom 24. Februar 2026 + eArchiv. Dieter Bertsch