Freitag, 23. August 2019

Württb. Kriegerbund Oberhausen: 1870 gegründet / ab 1933 bedeutungslos (aufgelöst).



Am 19.01.1949 erfolgte durch eine Kontrollkommission der Militärregierung eine strenge Überprüfung bezüglich der gewissenhaften Erfüllung des "Potsdamer Abkommens" in der Gemeinde (Erlass von Stalin, Truman und Churchill).

Obwohl der Kriegerbund, sowohl von Oberhausen als auch von Unterhausen schon längst aufgelöst war, wurde ein massiver Verstoß gegen das o.g. Abkommen festgestellt: Beide Traditionsfahnen wurden bei einer Rauminspektion entdeckt. Die Kontrollkommission hat die Fahnen beschlagnahmt und mitgenommen.

Quelle: "Schicksale 1945, Gerhard Junger".

Gruppenbildfoto, vor 1933 + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 22. August 2019

Im Januar 1986 - Lichtensteiner Jugendzentrum bringt Bürgermeister Ernst Braun aufs Plakat.


Großflächig macht das selbstverwaltete Jugendzentrum Lichtenstein (Juzeli) die Bürger in Unterhausen auf den bevorstehenden Abriß des Hauses aufmerksam. Seit einigen Wochen haben die Jugendlichen die Werbefläche einer Bushaltestelle an der Wilhelmstraße gemietet. Neben den gemalten Kopf von BM Ernst Braun sprühten die Jugendlichen mit schwarzer Farbe: "Jetzt wird's ERNST. Sogar unser Bürgermeister äußerte sich positiv über das Jugendzentrum" - in Klammern darunter: "Sagte der Landrat in der Abendschau".

Bildertanzquelle: Reutlinger GEA, vom 25.01.1986                                                                              eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 19. August 2019

Schwäbisch g'schwätzt: "A gschickts Bohnaregele".


Die linkswindende Feuerbohne kam ursprünglich aus Mittelamerika zu uns. Sie liebt die Feuchtigkeit und darf in keinem schwäbischen Garten fehlen. Um nicht täglich von Hand "Sprenzen" zu müssen, ist man über einen leichten Niederschlag froh, der langsam ins Erdreich einsickert. Dieses wird als "Bohnaregele"  (Bohnenregen) bezeichnet.

Im Herbst und Winter sind Bohnenkerne mit Spätzle, Saitenwürstle oder einem Stück mitgekochtem Rauchfleisch, ein schmackhaftes und sättigendes Mittagessen.

Foto, vom August 2019 + eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 18. August 2019

Steigbergsteigle: Kreuzenzian und Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Fortsetzung des gestrigen BLOG-Beitrags).

Kreuzenzian / Foto: Dieter Bertsch

















Kreuzenzian-Ameisenbläuling / Foto: Wikipedia



Der Kreuzenzian-Bläuling ist eine wenig mobile und extrem standorttreue Schmetterlingsart, die an Kalkmagerrasen gebunden ist. Individuen weisen eine Flugdistanz von maximal 2,5 Kilometer auf. Ihre Flugzeit erstreckt sich von Mitte Juni bis Mitte Juli. Zu dieser Zeit legt das Weibchen am Kreuz-Enzian, der einzigen Raupennahrungspflanze, ihre weißen Eier ab. Hier ernähren sich die Raupen von den Staubbeuteln, Fruchtknoten und Samen der Blüte. Nach der dritten Häutung im Spätsommer lassen sie sich zu Boden fallen und von einer Art der Knotenameisen, in deren Nest eintragen. Dort werden sie als Brutparasiten bis zur Verpuppung im nächsten Jahr von ihren Wirten gefüttert. Dabei imitieren die Schmetterlingslarven zur Anpassung den Geruch von Ameisenlarven, zwischen denen sie liegen. Zudem erzeugen sie ähnliche Geräusche wie die Ameisenköniginnen, so dass sie bei Gefahr sogar bevorzugt gerettet werden.
Die Abhängigkeit des Kreuzenzian-Bläulings von Knotenameisen und Kreuzenzian auf den immer seltener gewordenen Kalkmagerrasen und seine geringe Mobilität erklären seine Bedrohungssituation. Deutschlandweit gilt die Art gemäß der Roten Liste als stark gefährdet.

Textauszüge: Wikipedia                                                                                                  Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 17. August 2019

Dem Kreuzenzian und dem Kreuzenzian-Ameisenbläuling zuliebe: "Steigbergsteigle - eine dauerhaft gepflegte Wacholderheide mit Kalkmagerrasen".





Die Wacholderheide am Fuße des Steigbergs, zwischen zwei Tälern, wurde bis Mitte des letzten Jahrhunderts intensiv mit Schafen oder Ziegen beweidet. In den sechziger Jahren nahm diese Beweidung immer weiter ab und seit 1984 verwilderte die Weide schließlich komplett.
Ulrich Tröster, Jürgen Zimmerer und Jörg Wiedemann, die unterhalb der Wacholderheide die angrenzenden Wiesen bewirtschaften, beschlossen 2010, die „Wacholderheide wieder zu pflegen". Von 2011 bis 2015 bekamen sie tatkräftige Unterstützung von der damaligen Grund- und Hauptschule Lichtenstein. Nach der Schließung der Hauptschule sprangen 2016 mehrere Asylbewerber aus Gambia und dem Senegal ein und halfen dabei, die Fläche in Stand zu halten.

Ziel war es, dauerhaft eine offene, regelmäßig gepflegte Wacholderheide mit Kalkmagerrasen zu schaffen, in welcher Kreuzenziane wachsen können, was seit 2015 an manchen Stellen in diesem Gebiet gelungen ist. Damit hat der seltene Kreuzenzian-Ameisenbläuling - ein Schmetterling - einen Lebensraum und kann weiter überleben. In den letzten Jahren wurde die Wacholderweide stetig erweitert und die erforderlichen Pflegemaßnahmen fortgesetzt.

Wird im morgigen BLOG fortgesetzt!
Textauszüge: Internetrecherche 2015
Fotos, vom 14. August 2019: Dieter Bertsch                                                                 Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch