Montag, 23. Januar 2017

4. Februar 1862: Ein gewichtiger Hochzeits-Brief und eine Suppenschüssel voll Geld.

Obiges Dokument wurde anlässlich der Hochzeit von Matthäus Trudel und der Mathilde, geb. Reiff, erstellt. Die Feierlichkeit fand im ehemaligen Gasthaus "Hirsch" in Oberhausen statt.

Bei einer Hochzeit war es damals allgemein üblich, dass als Geschenk ein Geldbetrag übergeben wurde. Eine Vertrauensperson des Brautpaares war mit der Entgegennahme und Verbuchung des Geldbetrags betraut. Das Geld wurde hierbei in eine Suppenschüssel eingelegt und sorgfältig in einer Liste dokumentiert.
Die obige Auflistung umfasst über 230 Positionen. Nach Abzug der Hochzeitskosten dürfte deshalb noch ausreichend Startkapital vorhanden gewesen sein, um eine gemeinsame Existenz aufzubauen.

Die letzten Einträge werden immer unleserlicher, was zur Annahme führt, dass der Schreiber kräftig mitgefeiert hat. Dies möge ihm aus heutiger Sicht herzlich gegönnt gewesen sein!

Am 11. Mai 2013 wurde das Foto erstmalig in diesem BLOG veröffentlicht.  
Originaldokument, Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Sonntag, 22. Januar 2017

Januar 2017: "Kalt ist cool"!


Foto aus der Motivserie "Lichtensteiner Gärten" JAN/ 2017, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 21. Januar 2017

1956 - im Labor der Hauff-Apotheke in Unterhausen: Hauptsache, die Mischung stimmt!


Das Foto stammt aus dem Jahr 1956, vier Jahre nach Eröffnung der Hauff-Apotheke. Im Vordergrund ist der Apotheker - Herr Willi Fritz - und die Apothekerhelferin - Frl. Burger - abgebildet. Im Hintergrund erkennt man den späteren Inhaber der Hauff-Apotheke: Herrn Herbert v. Friedolsheim. Bereits als Student hat er hier immer wieder Vertretungsdienste übernommen.

Die Chronik der Hauff-Apotheke, Lichtenstein (erstellt von Herrn Herbert v. Friedolsheim,
27. AUG. 2002.

Bis zum Jahr 1952 war es in Unterhausen um die Arzt- und Arzneimittelversorgung nicht sonderlich gut bestellt. Nur ein Arzt hatte sich niedergelassen und eine Apotheke gab es nicht. Mit dem Dampfbähnle, dem Auto (so man schon eins hatte), dem Fahrrad oder gar zu Fuss mußten sich die  Einwohner aufmachen, um im 4 km entfernten Pfullingen ihre Medikamente zu erhalten. Sicher, die Einwohnerzahl umfasste damals etwa die Hälfte des heutigen Standes, aber der Ort wuchs und die Industrie blühte auf. So entschloss sich die Gemeinde - entgegen dem üblichen Weg, dass ein Apotheker eine Apotheke errichtet - ein Apotheker- und Ärztehaus zu bauen und dafür einen Apotheker und einen weiteren Arzt zu suchen. Der Standort sollte zwischen Ober- und Unterhausen liegen und war auch bald gefunden: Wilhelmstraße 16, damals noch Richard-Burkhardt-Strasse 2. Ein kleines Häusle mußte diesem Vorhaben weichen und in verhältnismäßig kurzer Bauzeit - der ortsansässige Architekt Bauer hatte die Planung erstellt - entstand das jetzt noch gut dastehende Haus. Ein Apotheker und ein Arzt waren schnell gefunden. Apotheker Willi Fritz richtete sich in der Apotheke, die das ganze Erdgeschoss umfasste, ein. Der 1. Stock war aufgeteilt in die 3-Zimmerwohnung des Apothekerehepaares und in eine Arztpraxis, welche Dr. Helmut Müller belegte. Der 2. Stock stand der Arztfamilie zur Verfügung. Die Arzneimittelversorgung war sichergestellt.

Die Zeit verging rasch und der Ort wuchs weiter. 1962, zehn Jahre nach der Apothekengründung gab es in Unterhausen bereits fünf Arztpraxen. Dieser Stand hat sich bis heute erhalten. 1963 mußte Herr Fritz aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben und nach einem Nachfolger Ausschau halten. Apotheker Herbert v. Friedolsheim war somit ab 1. Januar 1963, zunächst noch als Pächter, der neue Inhaber. Da er schon als Student in den vorangegangenen Jahren (1954 - 1958) hier immer wieder Vertretungsdienste getätigt hatte, war ihm Unterhausen wohl bekannt und er fügte sich rasch ein.

Aber die Verhältnisse änderten sich: 1971 konnte Herbert v. Friedolsheim das Gebäude samt Apotheke von der Gemeinde erwerben. Auch seine Familie vergrößerte sich und Dr. Müller verlegte seine Praxis in andere Räume. In den folgenden Jahren passte Herr v. Friedolsheim die Apothekenräume dreimal durch Renovierung und Umgestaltung dem jeweils aktuellen Stand an, sowohl im räumlichen, wie auch im organisatorischen Bereich. Der Umbau im Jahr 1989 erhielt zusätzlich, im Zuge der Ortskernsanierung, einen Anbau, der die Betriebsfläche um 50 % erweiterte. Der Hauptzugang erfolgte nun vom Rathausplatz her.

Nach 40-jähriger Berufszeit als Apotheker trat dann Herr v. Friedolsheim in den Ruhestand und sein Sohn Johannes v. Friedolsheim übernahm am 1. Januar 1997 die Hauff-Apotheke. Herbert v. Friedolsheim war schon 1971 aus der im Gebäude genutzten Wohnung ausgezogen.

Quelle: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                                             Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch


Freitag, 20. Januar 2017

1878 - Spinnerei Unterhausen: Eine Fabrik im "Schweizer Stil".


Die obige Aufnahme zeigt die "Spinnerei Unterhausen" im Jahre 1878. In der Mitte zwei große Fabrikbauten, die beim großen Brand von 1889 komplett abgebrannt sind. Im hinteren Bildbereich erkennt man das sogenannte "Mädchenheim" und die bis heute erhaltene "alte Villa", erbaut im "Schweizer Stil". Die nach dem Brand wieder aufgebaute Fabrik zeigte ein komplett anderes Aussehen.

Foto: GEA-RT, vom 22.08.1972                                                                                      Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 19. Januar 2017

Das "Albhotel Traifelberg" über Reutlingen.


Am 11. März 1911 verkaufte die Gemeinde Honau am Traifelberg einen 50 ar großen Platz an Ernst Glück, Posthalter in Kleinengstingen, zur Erstellung eines Hotels. Der Kaufpreis betrug 2.500 Mark.
Bereits am 23. Mai 1912 fand dann die Eröffnung des „Albhotels Traifelberg“ statt. Das Hotel besass eine Poststation mit dem eigenen Landpost-Stempel: 

"Traifelberg über Reutlingen". 

Am 7. März 1979 meldete Walter Glück das "Albhotel Traifelberg" als Gewerbe ab. Es wurde an die Gustav-Werner-Stiftung, zum Bruderhaus, verkauft.

Foto und Textauszug: GHV-Lichtenstein                                                       Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 17. Januar 2017

2015 - Grenzgänger im Untergrund: Die Markungsgrenze in der Nebelhöhle.


Das Foto zeigt die beiden Bürgermeister von "Lichtenstein" - Peter Nussbaum - und von "Sonnenbühl" - Uwe Morgenstern - unweit der Markungsgrenze in der Nebelhöhle.

Der Plan stammt aus einem Nebelhöhleprospekt aus den 1930er Jahren.

In den Monaten Dezember - Februar herrscht für den Besuch der Nebelhöhle eine Winterpause. Diese dient auch dem Schutz der Fledermäuse, damit sie beim Winterschlaf nicht gestört werden. Im November + März ist die Höhle jeweils am Samstag und Sonntag geöffnet. In den restlichen Monaten können Sie täglich die Höhle besuchen.


Evtl. interessant:
Weniger bekannt über die Nebelhöhle - selbst unter Einheimischen - sind Geschichten und Sagen, welche das Thema "Nebelhöhle" zum Inhalt haben. Diese wurden am ehesten im ehemaligen Oberhausen mündlich überliefert. Am bekanntesten ist noch die Erzählung von der "Ulrichshöhle" als herzogliches Versteck.

Als Entdeckersage kann "Der Jäger und das Nebelloch" betrachtet werden.

Die fantasievollste Sage handelt von den "Zwei Enten in der Nebelhöhle". Diese wurden im Höhlensee ausgesetzt, sind von dort verschwunden und zwei Stunden später in einem Bach bei Erpfingen wieder ans Tageslicht gekommen.

Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch