Montag, 6. Mai 2019

Gemeinderatsprotokoll von 1953: Bau eines Albaufstiegs von der "Schlösslessteige" aus, unterhalb des "Breitensteins im Steighau", zur "Oberen Säure" - ohne Unterstützung durch ein Planungsbüro!

P r o t o k o l l a u s z u g


Albvereinsweg zur Oberhausener Alb
Der Schwäbische Albverein, Ortsgruppe Oberhausen, hat in freiwilliger Arbeit einen rund 400 m langen Fußweg von der "Schlösslessteige" bis zur "Oberen Säure" neu angelegt. Der Weg dient nicht allein den vielen Wanderfreunden, welche die Schönheit der Alblandschaft kennenlernen wollen, sondern er bietet auch den hiesigen Landwirten einen bequemen Aufstieg zu den Grundstücken auf der Oberhausener Alb.
Der Gemeinderat begrüßt die Anlegung dieses Fußweges und spricht dem Albverein hierfür seinen Dank aus.
Als kritische Anmerkung ist dann noch die Äußerung zweier Gemeindräte vermerkt, wonach "....... der Fußweg zwar bequem, durch die vielen Kehren jedoch länger als der bisher genutzte Weg sei, so dass die Landwirte den neuen Weg nicht allzugern benützen werden".

Nach der vom Albverein angefertigten Skizze (siehe oben) ist der neu geschaffene Fußweg 402,30 m lang und weist 13 Kehren auf.

Ein Gesuch des Albvereins an die Gemeinde wegen des Fußwegs ließ nicht lange auf sich warten. Im Protokoll findet sich folgender Eintrag:

Fußweg zur Oberhausener Alb
Die hiesige Ortsgruppe des SAV hat von der Schlösslessteige aus einen Fußweg zur Oberhausener Alb angelegt und dafür rund 200 Arbeitsstunden aufgewendet, sie bittet nun die Gemeinde um Übernahme der hälftigen Arbeitsstunden auf die Gemeindekasse.

Und wieder sind es zwei Gemeinderäte, die gleichen wie in der vorherigen Sitzung, die dazu vortragen, "...... dass der Fußweg nicht zweckmäßig angelegt sei, da er zu viele Wendungen aufweise".

Nach kurzer Beratung und Aussprache erklärt sich der Gemeinderat zur Gewährung eines Beitrages bereit, macht aber zur Bedingung, daß der Albverein künftige Wege nur in Zusammenarbeit mit der Gemeinde (Technische Abteilung) durchführt.

Einstimmig wird   b e s c h l o s s e n:
Der hiesigen Ortsgruppe des SAV wird als teilweiser Ersatz für den durchgeführten Wegebau ein einmaliger Beitrag in Höhe von 100,-- DM aus der Gemeindekasse bewilligt.

Bereits einen Tag später, am 17. Dezember 1953 sind von der entsprechenden Haushaltsstelle 100.-- DM als "Zuweisung Wegbau" an den Albverein ausgezahlt worden.

Vermerkt sei noch, daß zwei Mitglieder des Albvereins die Schlösslessteige  etwas  instandgesetzt haben (11 Stunden zu je 1,30 DM). Am Heilig Abend 1953 wurde dieser Betrag von der Gemeinde bar ausgezahlt!
 
Bildertanzquelle: Gemeinderatsprotokoll 1953, Seite 314 - § 466 / Archiv Nr. B 336
Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

1 Kommentar:

  1. Mein Vater Walter Hinger hat beim Bau dieses Weges aktiv mitgewirkt. Das "Kromer-Wegle" wurde nach dem damaligen Vorstand benannt.

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