Das Kruzifix in der Erlöserkirche wurde vom Bildhauer Karl Hemmeter entworfen und angefertigt. Dieser wurde am 18. Februar 1904, als zweiter Sohn in einem streng evangelischen, aber auch sehr armen Elternhaus geboren. Bereits im ersten Lebensjahr erkrankte er an Rachitis und litt infolgedessen unter beidseitiger Hüftluxation, welche ihm erst mit drei Jahren ein hinkendes Gehen erlaubte. Die Umstände zwangen den damals 15-jährigen vorerst zu einer Lehre in der väterlichen Drechsler-Werkstatt. Ab 1924 durfte Hemmeter die Nürnberger Kunstgewerbeschule besuchen und erlernte dort den Holzstich. Im Herbst 1926 wechselte er nach erfolgreich bestandener Aufnahmeprüfung an die Kunst-Akademie in München und schloss das Studium dort ab. Das Studium finanzierte er mit Stipendien seines Geburtsortes Weißenburg und anderer Unterstützer. Ab 1932 arbeitete Karl Hemmeter als selbständiger Künstler. Er heiratete 1934 Els Endl, ließ sich in Großhadern im eigenen Haus nieder und wurde Vater von vier Kindern.
Pfarrer
Achim Fürniss
aus Backnang hat den Künstler wie folgt beschrieben:
"Ein
kleiner und schmächtiger Mann ist er, durch die Krankheit in früher Kindheit
geprägt. Das Gehen macht ihm Mühe und doch geht ein freundliches Lächeln über
seine Lippen. In seiner Hand ist stets eine rauchende Zigarre. Die Arme
erscheinen fast überlang mit kräftigen Händen. Das ist das Bild von Karl
Hemmeter, das so untrennbar mit seinen Werken verbunden ist".
Prägend für Karl
Hemmeters Werke war sein eigenes Schicksal. Durch körperliches Leiden
geprüft, suchte er in schweren Stunden den Ausgleich und formte in seinen
Figuren und im Ausdruck des Leidens anderer seine eigenen Erfahrungen. Kunst
als Therapie.
Die sakralen
Werke Hemmeters zeigen oft menschliches Leiden - doch nicht Schmerz verzerrt
und entstellend, sondern mit innerer Größe. Dies mag an den (meist)
geschlossenen Augen der Dargestellten liegen, an den übergroßen Händen oder
ihrer Körperhaltung. Hemmeter selbst stellte klar: "Ich deformiere den
Dargestellten nicht, sondern will seine Empfindungen zum Ausdruck
bringen". Dies tat er auf eine sehr zurückhaltende Art und Weise.
Karl Hemmeter
ist am 6. August 1986 in München verstorben.
Viele Werke
Hemmeters sind als Aufträge von Kirchengemeinden entstanden - dies dürfte auch
1959 für das Kruzifix der "Erlöserkirche" der Fall gewesen sein. Das
wohl bekannteste Werk ist der segnende Christus für die
Kaiser-Wilhelm-Gedächniskirche in Berlin. Auch in der Stuttgarter Stiftskirche
finden sich Arbeiten des Künstlers.
Text-Quellen (Auszüge): diverse Internetrecherchen (Wikipedia; Internetauftritt
der Evang. KG Mitteltal)
Foto, Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch






