Mittwoch, 25. Februar 2026

Die "Oberhausener Steige" wurde 1883/4 gebaut.




Die Oberhausener Steige wurde 1883/4 gebaut. In einem Kostenvorschlag über eine "neue Steige vom Ort auf die südlich gelegenen Allmendteile" heißt es:

Die Gemeinde Oberhausen benützt zum landwirtschaftlichen Betrieb ihrer in südlich gelegener Richtung vom Ort aus, auf der Höhe der Alb befindlichen Allmendteile die Staatsstraße von Honau gegen Kleinengstingen, bis zur Abzweigung des s.g. Dobelkopfwegs, in einer Gesamtlänge von 4,1 km. Von hier aus zweigt der Weg, den s.g. Dobelkapfweg benützend, rechts von der Staatsstraße ab und erreicht in einer Entfernung von 1,5 km die Markung Oberhausen. Von der Markungsgrenze sind es weitere 1,5 km, so daß die Gesamtstrecke von Oberhausen zu den Allmendteilen 7,5 km beträgt.

Die Gemeinde beabsichtigt nun, vom Ort im Tal aus zu den Allmendteilen, als Feld- und Waldweg eine neue Steige zu bauen. Die Steigungslänge, um die Höhe zu überwinden, beträgt 3,7 km bis der oben erwähnte Schwerpunkt dann in einer Entfernung von 4,2 km erreicht wird. Die Abkürzung des Wegs beträgt 2,9 km.

Die neue Steige läuft auf einer Länge von 190 m vom Ort aus auf der bestehenden Lichtensteiner Steige, zweigt nach 190 m rechts von dieser ab und zieht sich am südwestlichen Abhang durch das Gemeindeeigentum hin - teils Weide, teils Waldungen. Um die vorgegebene Höhe von 250 m zu erreichen müssen 4 Wendungen vorgesehen werden. Der kleinste Halbmesser für dieselben beträgt 8 m, was dann genügend sein wird, daß zu transportierendes Langholz möglichst weniger aber nicht über 14 m Länge die Steige passieren kann.

Was die geologischen Verhältnisse betrifft, so liegt die ganze Steige im "Jura alpha bis delta".

In diesem Kostenvoranschlag sind Steigungen zwischen 5 % und 9,2 % vorgesehen, dieses auf einer Länge von 3765 m. Für den Bau werden im Schnitt 60 - 70  Arbeiter eingeplant. 

Mit 31500 Mark schließt der Kostenvoranschlag ab. 

Fotos, vom 24. Februar 2026 + eArchiv. Dieter Bertsch

Dienstag, 24. Februar 2026

Die Wurzeln von Helmuth Rilling, Kirchenmusiker und weltweit bekannt als Vermittler der geistlichen Musik von Johann Sebastian Bach, führen bis in die Ludwigstraße 11 im ehemaligen Oberhausen.

 


Haus in der Ludwigstraße 11. Ehemals landwirtschaftliches Anwesen des Karl Bader - in Oberhausen bekannt als "Karl im Hof". Die Mutter von Eugen Rilling und somit die Großmutter von Helmuth Rilling war eine Schwester des "Karl im Hof".



Traditionelle Hochzeit in Oberhausen vor der Gastwirtschaft "Krone". Die Braut Luise, eine Tochter des "Karl im Hof", ist hier frisch verheiratet mit Erwin Mistele. Helmuth Rilling mit seinem Vater Eugen Rilling sind in der hintersten Reihe abgebildet.

Anmerkung: Die Schwester von Eugen Rilling war die Mutter von Lore und Esther Launer. Diese hatten eine Näherei (Schürzenfabrik), zuerst in Honau und ab Ende der 1960er Jahre im Gewerbegebiet "Stetten" in Unterhausen.



Helmut Rilling, Akademiegründer, Bach-Botschafter und Dirigent - geboren 29.05.1933, verstorben am 11.02.2026.
Sein Leitbild war: "Musik darf nie bequem sein, nicht museal, nicht beschwichtigend. Sie muss aufrütteln, die Menschen persönlich erreichen, sie zum Nachdenken bringen.

Für sein vielfältiges Engagement erhielt er eine Vielzahl an nationalen und internationalen Ehrungen, Preise und Auszeichnungen.

... und was ist ihm von Oberhausen geblieben? Zumindest ein Leben lang die markante Narbe an seinem Kinn! Diese rührt von einem Sturz aus dem Kinderwagen, als  die Familie auf Besuch beim "Karl im Hof" war.

Diverse Quellen: u.a. Günther Mistele und Jürgen Hinger                                                                       eArchiv: Dieter Bertsch