In den Albvereinsblättern 16/5 (1904) 180-184 / Beilage 26.30, ist der
von Adolph Heid verfasste, folgende Artikel erschienen:
Oft ging ich abends nach heißen Sommertagen der Echazquelle zu, um dort auf
einer Bank dem Quellensprudel zuzusehen und dann der Dobelschlucht entlang bis
zum Talschluss und seinen Felsen zu wandeln; heilige Stille waltet hier in des
Waldes dunklem Schatten; nur selten hört man in der wilden Schlucht vielleicht
des Rehes scheuen Tritt oder des Schuhus schaurigen Ruf.
So saß ich auch einmal wieder dort auf einem Felsblock, mich meinen
Träumereien hingebend. Da stand auf einmal ein zierliches, freundlich
blickendes Zwerglein vor mir. "Willst Du mal das Treiben der Elfen in des
Berges Tiefe schauen? So komm und folge, wenn ich mit meiner Fackel leuchtend
Dir vorangehe." Da öffnete sich vor meinen Blicken auf einmal ein Felstor,
ein Zickzackgang führte zu einer wundervollen, von vielen Säulen getragenen
Tropfsteinhalle.
Auf hohem Thron sitzt der Elfenkönig, zu beiden Seiten hält ein Zwerg die
Ehrenwache, von überall kamen zierliche Elfen spielend herangeschwebt, um ihrem
König zu huldigen und dann unten magisch beleuchtet über einem See bei sanftem
Plätschern des Springquells und bei lieblichen Weisen einen Reigen aufzuführen.
Erstaunt ob solcher Pracht sah ich lange bewundert zu. Schuhu - jäh erwach
ich ob des Vogels schauerlichem Ruf. -- Alles verschwunden; wo bin ich? Tiefe
Nacht umgibt mich. Ach so! Im Dobel. --
Seitdem mußte ich immer wieder an die schöne Grotte mit ihren Elfen denken.
Die Gestalten entstanden unter meinen Händen und ich ruhte nicht, bis ich das
ganze Bild meines Traumes sichtbar, greifbar, hörbar geschaffen und - dies -
kann nun von jedermann bei meinem Hause, gegenüber dem Bahnhof in Honau,
besichtigt werden.
Adolf Heid, Honau
Bearbeitet + eArchiv: Dieter Bertsch
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