Im
Vorfeld: Ohnastetter Intermezzo
Während
die Aufgeregtheiten in Unterhausen, Holzelfingen und Honau sich erst
entwickelten, war Ohnastetten ohne sprödes Zögern dem Zug des
Herzens ins Tal gefolgt: Schon am 15. August 1971 entschied sich eine
Mehrheit in geheimer Abstimmung für eine Eingliederung nach
Unterhausen. Die Gründe lagen in der Orientierung der Arbeitsplätze
talwärts und der Verkehrsanbindung über Stahleck-Göllesberg und
Holzelfingen nach Unterhausen und Reutlingen. Für Kindergarten- und
Schulkinder, Patienten und Auspendler, Einkäufe und Arbeitsplätze
erhoffte man sich verbesserte Möglichkeiten. Ungern hörten dies die
heute in der Gemeinde St.Johann vereinigten Gemeinden. Sie
befürchteten durch die Abkehr Ohnastettens eine Schwächung ihres
ländlichen Raumes.
Ein
freiwilliger Eingliederungsvertrag wurde am 26. Oktober 1972 von
Bürgermeister Ernst Braun und Bürgermeister Albert Feucht jeweils
für Unterhausen und Ohnastetten unterzeichnet.
Da
die Abstimmung hierfür schon 1971 erfolgt war, wären die beiden
Gemeinden in den uneingeschränkten Genuss des"
Freiwilligen-Honorars" gekommen. Doch vor den Preis hatten die
Götter nicht den Schweiß, sondern die Zustimmung der Landesbehörden
gesetzt -und die blieb aus. Nicht zu tiefes Wasser, das
Innenministerium trennte die beiden Königskinder, obwohl Ohnastetten
ein zweites Mal, bei der Anhörung am 20. Januar 1974, sich für
Unterhausen entschieden hatte.
Heftige
Gegenwehr nutzte nichts, die beiden Orte mussten sich, verunsichert
durch widersprüchliche Aussagen der Stuttgarter Hochzeitsbitter, den
anderen vorgeschlagenen Partnern zuwenden. Der damit verbundene
Verlust von annähernd zwei Mio. DM war ärgerlich und schmerzlich
zugleich.
Im
Rahmen der Gemeindereform wurde Ohnastetten später der neu
gebildeten Gemeinde St. Johann zugeschlagen.