Samstag, 29. April 2023

Ein aufmerksamer Nachbar hat den GHV darüber informiert, dass "dr vergoldete Gockel" (männliches Haushuhn) auf dem Kirchturm der Johanneskirche momentan fehlt!


Nun die Antwort an den Nachbarn und alle Interessierten, denen das auch schon aufgefallen ist - von Gert Lindemann, dem Schriftführer und Pressereferenten des GHV Lichtenstein:

Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit und für die Sorge um die meteorologischen Präzisionsgeräte, die unserer Gemeinde stets tagesaktuelle und höchst zuverlässige Wetterprognosen lieferten. Doch ich kann Sie beruhigen, den ortsansässigen Zimmermann und Dachdecker trieben keinerlei niedere Beweggründe zu seinem Handeln. Die Gießsteinmessstation bedurfte auch nach erfolgreicher Instandsetzung einer zeitintensiven Langzeiterprobungsphase in moderateren Klimazonen, wie sie auf dem Betriebsgelände eben dieses ortsansässigen Handwerkers gewährleistet waren, bevor sie am ursprünglichen Standort wieder der Unbill des rauen Albtraufklimas trotzen und in gewohnter Weise zuverlässige Prognosen visualisieren konnte.


Dem wollten und konnten die Betreiber der Unterhausener Talstation auf dem Turm der Johanneskirche natürlich in nichts nachstehen und beschlossen, diese Station ebenfalls einer gründlichen Überprüfung, Wartung und Justierung zu unterziehen. Aus naheliegenden Gründen wurde der örtliche Handwerker aufgrund seiner weitreichenden Erfahrung mit der Demontage des hochempfindlichen Messgeräts beauftragt, das Instrument fachgerecht abzubauen und seiner Überarbeitung zuzuführen.


Wie aus gewöhnlich gut informierten Kreisen verlautete, hat also alles seine Richtigkeit, und es besteht kein Grund zur Sorge. Damit die Wetterstation auch nach der Revision noch lange Zeit sicher auch den Talwinden standhalten kann, wird die Trageinheit (Turm der Johanneskirche) ebenfalls einer grundlegenden Sanierung unterzogen.


Bei dieser Gelegenheit werden auch die Zeitanzeigeinstrumente einer Restauration unterzogen. Doch gehen hier die Verantwortlichen sogar noch einen Schritt weiter: Damit zukünftig auch die Mitbürgerinnen und Mitbürger im östlichen Teil der Gemeinde nicht nur hören sondern auch sehen können, was ihnen die Stunde schlägt, wird auch auf der Ostseite des Turms in das seither bauseitig vorhandene „Ochsenauge“ ein Präzisionschronometer eingesetzt werden.


Bleiben Sie gerne weiter aufmerksam. Da der Standort, von dem aus Ihr erstes „Tatortfoto“ aufgenommen wurde, als quasi „Logenplatz“ geradezu prädestiniert scheint, würden wir uns sehr darüber freuen, über weitere Auffälligkeiten bildhaft informiert zu werden 😉


Es grüßt Sie ganz herzlich

 

Gert Lindemann


Bildertanzquelle, im April 2023: Martin Frenzel                                                                         eArchiv: Dieter Bertsch

1 Kommentar:

  1. Lieber Herr Lindemann,

    herzlichen Dank für Ihre ausführliche und "gut gewürzte" Rückmeldung.
    Nun wissen wir den Gockel also in guten Händen. Doch können Sie uns auch etwas über die höchst fidelen Turmfalken berichten? Die haben ja gerade Brutzeit und würden wohl gerne im besagten Ochsenauge des Kirchturmes nisten — wenn nicht diese G'schtellage davor wäre. Sind die Falken nun womöglich, ganz ökumenisch, an die Konradkirche umgezogen?
    Da Sie auch die Installation eines Zeitmessers auf der Ostseite des Turmes der Johanneskirche erwähnten, ergreife ich die Gelegenheit, endlich dem Blogbeitrag vom 07.05.2020 [Warum auf der Ostseite, am Kirchturm der Johanneskirche, kein Ziffernblatt angebracht ist: "Wo nix g'schafft wird, braucht mr au koi Uhrzeit seha, blos damit mr da Feierabend et vergisst".] zu widersprechen:
    Mir Ost-Unterhausemer sind es seit ca. 1811 (oder seit wann gibt es die Turmuhr eigentlich?) gewohnt, ohne Ablenkung zom schaffa. Uns reichen die Glockenschläge, um zu wissen, wann Pause oder Feierabend ist. Wir müssen nicht ständig während der Arbeit auf die Uhr sehen und uns ärgern, wie langsam sich doch die Zeiger mal wieder bewegen. Heißt also, im Süden, Westen und Norden wird während der Arbeit die wohl älteste Form von Fern-sehen praktiziert — und wer fernsieht, schafft halt ed richtig.

    Fazit: Mir Ost-Unterhausemer bräuchten keine neue Turmuhr, aber die schönen Turmfalken würden uns schon sehr fehlen.

    Schönen Gruß von Martin Frenzel

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