Sonntag, 14. Januar 2018

Die "Fatima-Grotte" auf dem Kirchplatz der "Hl. Bruder Konrad Kirche" in Lichtenstein-Unterhausen.



Herzlichen Dank an Dekan Hermann Friedl,  der uns die Fotos und den nachfolgenden informativen Textbeitrag übermittelt hat:
Der erste Standort der Fatima-Grotte, mit der Madonnenstatue, befand sich ab dem Jahr 1984 im einstigen Blumengarten bei der katholischen  "Hl. Bruder Konrad Kirche"  in Lichtenstein-Unterhausen. Gestiftet wurde sie von einer portugiesischen Familie. Gezeichnet von den über viele Jahre hinweg einwirkenden  Witterungseinflüssen, hat diese erste, "alte" Madonna zunächst bei der Familie Pereira Da Silva eine Herberge gefunden und steht jetzt vorübergehend in Holzelfingen, im Haus von Frau Karin Eißler.

Mit dem Bau und der Einweihung des neuen katholischen Gemeindehauses, 1995, fand dann die Grotte, mit einer neuen Marienstatue, ihren heutigen Standort auf dem Kirchplatz der "Hl. Bruder Konrad Kirche". Diese von den beiden Familien Maria Pereira Da Silva und Maria Oliveira Da Costa gestiftete Statue stammt direkt aus Fatima, dem bedeutendsten portugiesischen Wallfahrtsort.

Nachdem einst Mitglieder des Kirchengemeinderats mit einem Lastwagen aus einem hiesigen Steinbruch die Steine zum Bau der Grotte holten, fertigten Hans und dessen Sohn Jochen Eißler in vielen Stunden, nach Feierabend,  die heutige Grotte für die Madonnenfigur an.

Die erste Marienstatue wurde im Haus der portugiesischen Familie von Pfarrer Heinrich-Maria Burkard geweiht. Aufgestellt wurde sie am Hochfest "Maria Erwählung", am 8. Dezember 1984, durch den damaligen Pfarrer von Lichtenstein und Pfullingen, Peter Weishäupl.

Die Fatima-Grotte wird bis heute in liebevoller Weise von Frau Maria Pereira Da Silva gepflegt.

Fotos + Text: Dekan Hermann Friedl                                                                   Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Samstag, 13. Januar 2018

Der Flurname "Traifelberg" entstammt der örtlichen Lage dieses Gebiets: Es liegt direkt an der Traufkante der Schwäbischen Alb.


Der Traifelberg, eine ehemalige Sommerweide, samt dem Traifelhof, einem Hirten- und Schafhof, gehörte dem Pfullinger Frauenkloster. Auch der benachbarte Bocksberg - jenseits des Holzelfinger Trockentals - war einst im Besitz von Pfullingen und wurde erst 1740 an Holzelfingen verkauft.

Der Traifelberg wurde nach Aufhebung des Klosters (1539) - vom herzoglichen Klosteramt - weiterhin als Sommerweide genutzt, gehörte aber bereits 1555 zur Honauer Markung; heute ist die Kuppe bewaldet. Der Hof wurde wahrscheinlich am Ende des 30jährigen Kriegs niedergebrannt.

Auf der ehemals einsamen Tafelberg-Weide erbaute 1912 Posthalter Ernst Glück, aus Kleinengstingen, das "Albhotel Traifelberg". Hier oben ist zwischenzeitlich eine große Tochtersiedlung von Lichtenstein-Honau entstanden.

Textauszüge: Albführer, Band II, herausgeegeben und verlegt vom SAV, Stgt.                Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Freitag, 12. Januar 2018

Walter Votteler (24.05.1914 - 17.11.1977): Ein begnadeter Künstler, der mehrere Jahrzehnte in Unterhausen gelebt hat.

Walter Votteler wurde am 24. Mai 1914 in Reutlingen (im Gmindersdorf) geboren. Schon früh zeigte sich sein künstlerisches Talent und er war so ehrgeizig, sich selbst die Grundlagen und Techniken der Malerei beizubringen. Mit 12 Jahren malte er sein erstes Ölbild. Er kopierte das von Franz von Lehnbach gemalte Bild: "Der Hirtenknabe". Dieses Bild war im Jahr 1989 im Besitz seiner Frau.

Liebe zu Büchern und sein handwerkliches Geschick ermöglichten ihm eine Buchdruckerlehre bei Ensslin & Laiblin in Reutlingen.

Als achtzehnjähriger fuhr er erstmals in die Berge die ihn zeitlebens nicht mehr losließen, was seine Bergbilder beweisen. So ist es verständlich, dass er sich nach dem Arbeitsdienst 1938 zu den Gebirgsjägern meldete. Hier machte er von sich reden, indem er Kameraden und den "Barras" auf Postkarten und Briefen karikierte.

1942/43 zog er mit seiner Frau in den ehemaligen Ortsteil Oberhausen.

Nach der Rückkehr aus der Gefangenschaft tauschte er in den umliegenden Gemeinden bei Bauern seine Bilder gegen Lebensmittel.

Von 1946 bis 1957 arbeitete Walter Votteler in der Keramikwerkstatt Kussmann, die ihren Standort auf dem Gelände der Betonfirma "Eich und Mäule" hatte. Hier entwarf und fertigte er als maßgebende Kraft Mosaikbilder, Vogeltränken, Gebrauchsgegenstände und Werbekeramik. Sein bekanntestes Werk dürfte die Reliefwand in der Eingangshalle des Kindergartens in der Friedrichstraße sein. Eine weitere Arbeit für den Kindergarten war die Aussägearbeit, welche aus fortlaufenden Geschichten der Märchenwelt bestand und von der Rückseite beleuchtet wurde.

In der Freizeit verfeinerte er seine Spachteltechnik. Anstelle des Pinsels werden hier verschiedene Spachteln benutzt und damit die Ölfarbe schichtweise auf die Leinwand oder Hartfaserplatte aufgebracht.

Durch Weiterempfehlung wurde Walter Votteler bis Ende der 60iger Jahre mit einer Anzahl unterschiedlichster Arbeiten betraut, die seine Freizeit beanspruchten und sein Können herausforderten. Ob er den Hahn auf die Kirchturmspitze der Oberhausener Kirche setzte, die Wetterfahne auf dem Mast des Gießsteins befestigte, Kulissen für Vereinsfeiern und Straßenbänder für Ortsfeste malte, Kantinenwände und Aufenthaltsräume mit Landschaften oder Bildergeschichten ausschmückte, auch große Holzfiguren schnitzte, es gab kaum eine Arbeit, die er nicht lösen konnte.

Außerdem baute er seine Eisenbahnanlagen und fand trotzdem noch Zeit mit Staffelei und Rucksack durch den Ort oder über die Alb zu wandern, um ein Motiv bei einer bestimmten Witterung oder spezieller Beleuchtung zu malen.

Anfang der 70ger Jahre konzentrierte sich "WaVo" wieder mehr auf das Malen. In dieser Zeit entstanden dann wieder "große" Arbeiten: Die Kulissen für den Pfullinger Skichor (5 x 8 m) und die Stadtansicht von Heidenheim (2 x 4 m) für einen Deutsch-Amerikaner.

Zusätzlich arbeitete er auch mit der Aquarelltechnik. Dabei bemalte er auch gewässerte Raufasertapeten und bemalte diese mit Wasserfarbe. Die Farben verschwammen und es entstanden Bilder mit fließenden Übergängen. Nach dem Trocknen zog er als Kontrast die Konturen nochmals nach.

Er verstarb nach schwerer Krankheit am 17. November 1977.

Im Jahr 1989 hätte Walter Votteler seinen 75. Geburtstag gefeiert. Zur Erinnerung an diesen Künstler wurde in Lichtenstein-Unterhausen eine Ausstellung mit über fünzig Werken gezeigt, die einen repräsentativen Querschnitt seiner Schaffenkraft vermittelten.

Foto + Textauszüge: Archiv des GHV-Lichtenstein                                                       Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Donnerstag, 11. Januar 2018

Ehemaliger Mühlplatz bei der Echazbrücke in Unterhausen.



Nachfolgender Textauszug wurde einer von Günther Frick erstellten Dokumentation entnommen. Der zweite Vorsitzende des GHV-Lichtenstein hat sich mit der "Wasserkraft im oberen Echaztal" intensiv befasst und seine Erkenntnisse über Mühlen, Turbinen, Quellen und Brunnen in einer Niederschrift festgehalten:

Als erstgenannter Besitzer des Mühlplatzes wurde Hans Ulrich Ehrgänzinger von Bahlingen genannt, später betrieb Caspar Vählins Schmidtlein eine Schmiede auf dem Mühlplatz.

1601 erhandelt Balthas Zanger aus Unterhausen die Schmiede und erhielt die Erlaubnis eine Mahlmühle zu bauen. Er zinste zur Kellerei nach Pfullingen, wonach die Grundherrschaft Württemberg hatte. Die Mühle scheint aber bald wieder abgegangen zu sein.

1846 verkaufte August Wick die Ölmühle. Die Mühle befindet sich mitten im Ort direkt oberhalb der Echazbrücke und besteht schon seit einigen hundert Jahren, so der damalige Schultheiß. Die fragliche Ölmühle haben zwei ledige Brüder aus Pfullingen namens Nonnenmacher im verflossenen Spätjahr gekauft. Die Ölmühle sollte in eine Papiermühle (Pappendeckelmühle) umgebaut werden.

1847 wurde die Papiermühle unter einigen Auflagen genehmigt; viele Einsprüche und Proteste erfolgten. Christof und Ulrich Nonnenmacher erhielten die Concession 1848.

1871 kauft Rieger die Pappendeckelmühle in der Absicht "diese Mühle für eine Mahlmühle einzurichten". Das baufällige Gebäude sollte gleichzeitig vergrößert werden. In einem Schreiben an das Oberamt Reutlingen, schreibt Rieger: "Im Krieg 1870/71 habe ich die Pappendeckelmühle (vormals "Wicksche Ölmühle"; nachfolgend "Nonnenmacher", später "Beutel") käuflich erworben".

1874 lässt Rieger die Mühle abbrechen: "Nach gesehener Aufnahme des Areals hat sich indessen herausgestellt, dass das daselbst befindende Wassergefälle viel zu klein ist um ein entsprechendes Gebäude zu errichten. Dieser Umstand veranlasst mich dieses Anwesen gänzlich aufzugeben und das Gefälle, welches dieser Pappendeckelmühle zusteht, für meine oberhalb gelegene Mahlmühle zu verwenden. Hierdurch würde das der Pappendeckelmühle ganz wegfallen". Rieger bat daher um Erlaubnis, "das Wasserrad nebst Fallengestell" zu entfernen.

Damit endete die Geschichte dieser Jahrhunderte alten Mühle. (Kreisarchiv Reutlingen R5, Nr.121, Seiten 1-27).
Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Mittwoch, 10. Januar 2018

Die "Geiß vom Gießstein".

Gestern Nachmittag hatte ich eine Begegnung der besonderen Art auf dem Gießstein. Eine anscheinend zwischenzeitlich ausgewilderte Ziege beansprucht zur Zeit den herrlichen Aussichtspunkt über dem oberen Echaztal als ihr Revier. Wirkliche Freundschaft hat sie mit mir allerdings nicht geschlossen!
Foto vom 9.1.2018 + eArchiv: Dieter Bertsch

Dienstag, 9. Januar 2018

1944: Mit einem US-Schlauchboot auf der Echaz.

Aufnahme von Ernst Vöhringer, Senior.

v.l.n.r.: Otto Leibfritz, Kurt Braun (Bruder von Karl Braun), Albert Vöhringer (heute USA), Mutter Emma Vöhringer, Herrmann Vöhringer, evtl. Richard Trudel mit seiner Schwester Renate? Im Hintergrund das Kesselhaus der Fa. Gebr. Vöhringer, Oberhausen.

Wie kommt ein US-Schlauchboot auf die Echaz? 
In Großenstingen ist im Spätsommer 1944 ein US-Bomber im Bereich Siedlung Berg abgestürzt. Das haben einige Oberhausener sehr schnell erfahren und sind mit einem Leiterwagen nach  Großengstigen. Das Schlauchboot wurde unterhalb der Tragflächen demontiert und nach Oberhausen transportiert, da es ja in Großengstingen keine "schiffbare" Gewässer gab.

Erstveröffentlichung: 6.4.2009
Foto + Text: Werner Vöhringer                                                                                      Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch

Montag, 8. Januar 2018

3. Juni 1923: Wertungssingen der damals noch getrennt agierenden Gesangsvereine von Ober- und Unterhausen.




Im Jahr 1947 vereinigten sich die beiden Gesangvereine  zum "Gesangverein Unterhausen". 1949 wurde der Vereinsname in "Sängerbund Unterhausen" umbenannt. Im Jahr 2000 erfolgte die zunächst letzte Änderung des Vereinsnamens in "Sängerbund Lichtenstein e.V.".
Bearbeitung + eArchiv: Dieter Bertsch